Für viele Autisten ist Veränderung ein Gräuel. Zu vieles wird aus den Fugen gebracht. Bewährte Abläufe müssen sich ändern. Das gibt unnötigen Aufwand. Es ist deshalb kein Wunder, dass einer Veränderung aus dem Weg gegangen wird - man vielleicht sogar als stur und unbeweglich betrachtet wird.
Mit der Zeit lernt man, dass Veränderung auch positiv sein kann. Dennoch, ein Autist muss sich ändern wollen und das geht zumeist nur über gute und nachvollziehbare Argumente.
Diese Unbeweglichkeit / Sturheit kann jedoch auch kultiviert werden und für den Arbeitsalltag, Hobbies oder persönliche Ziele ausgenutzt werden. Denn Sturheit und Ausdauer liegen näher, als man auf den ersten Moment denken mag.
Bei Ausdauer bleibt jemand so lange an etwas mit Begeisterung oder Überzeugung dabei, bis er sein Ziel erreicht hat. Da ist es egal, um was es sich handelt. Es braucht nur Überzeugung und ein Ziel. Die Sturheit ist dann der Schlüssel, das Ziel zu erreichen.
Wenn also ein Autist von etwas überzeugt ist, dann kann man nur bewundern, wie so jemand über Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre an einer Sache dran bleiben kann. Niemand kann sich vorstellen, wie jemand so viel Energie in etwas reinstecken kann.
Letzten Endes macht es nur die Überzeugung aus, ob jemand als stur oder ausdauernd von außerhalb angeschaut wird.
Donnerstag, 11. Februar 2016
Donnerstag, 17. September 2015
Talent
Manche mögen Asperger als Einschränkung, Fluch oder Behinderung abtun. Doch je älter ich werde, um so mehr komme ich zur Überzeugung, dass es ein Talent ist.
Es ist das Talent anders sein zu dürfen und frei zu denken, Wege zu gehen, welcher noch kein anderer Mensch zuvor gegangen ist.
Nicht umsonst werden große Genies im Nachhinein dem Asperger-Syndrom zugeordnet, seien dies Einstein, Darwin, Mozart, etc.
Was alle gemeinsam haben, dass sie mit ihrer penetranten Art, anders zu denken, der ganzen Welt etwas hinterlassen haben, das heute nicht mehr wegzudenken ist.
Sie hatten die Fähigkeit, über Umwege Abkürzungen zu finden. Diese Umwege wurden zu Beginn verhöhnt. Doch das Resultat und der Weg dahin schien im Nachhinein so einfach, dass sich nicht wenige fragten, wieso man nicht früher darauf gekommen ist.
Einfacher als E=mc2 kann man die Welt nicht darstellen.
Ich selbst wünsche mir, dass ich eines Tages auch der Welt etwas von meiner einfachen Sicht der Dinge hinterlassen kann. So berühmt wie Einstein oder Mozart zu werden wage ich mir aber nicht anzumassen. Sie hatten wirklich ihre Denkweise perfektioniert ohne Rücksicht auf Verluste. So weit möchte ich dann doch nicht gehen.
Euer Thorben Perth
Es ist das Talent anders sein zu dürfen und frei zu denken, Wege zu gehen, welcher noch kein anderer Mensch zuvor gegangen ist.
Nicht umsonst werden große Genies im Nachhinein dem Asperger-Syndrom zugeordnet, seien dies Einstein, Darwin, Mozart, etc.
Was alle gemeinsam haben, dass sie mit ihrer penetranten Art, anders zu denken, der ganzen Welt etwas hinterlassen haben, das heute nicht mehr wegzudenken ist.
Sie hatten die Fähigkeit, über Umwege Abkürzungen zu finden. Diese Umwege wurden zu Beginn verhöhnt. Doch das Resultat und der Weg dahin schien im Nachhinein so einfach, dass sich nicht wenige fragten, wieso man nicht früher darauf gekommen ist.
Einfacher als E=mc2 kann man die Welt nicht darstellen.
Ich selbst wünsche mir, dass ich eines Tages auch der Welt etwas von meiner einfachen Sicht der Dinge hinterlassen kann. So berühmt wie Einstein oder Mozart zu werden wage ich mir aber nicht anzumassen. Sie hatten wirklich ihre Denkweise perfektioniert ohne Rücksicht auf Verluste. So weit möchte ich dann doch nicht gehen.
Euer Thorben Perth
Mittwoch, 19. August 2015
Yin Yang
Als Autist hat man eindeutig Schwächen in der Empathie. Bei mir drückt sich dies dahingehend aus, dass das soziale Gleichgewicht in mir drin gestört ist, sozusagen Yin und Yang nicht mehr ausgeglichen sind.
Die helle Seite ist für mich das Ideal, sozial zu sein, Gefühle zu zeigen, mich mit anderen zu freuen. Die dunkle Seite jedoch das, was ich persönlich nicht erstreben möchte. Aber genau diese Seite wird übermächtig, wenn ich mich meinem Urcharakter, den ich zur Geburt bekommen habe, hingebe. Ich würde innerhalb kürzester Zeit asozial, egoistisch und selbstverliebt werden.
Es ist ein ständiger Kampf in mir drin, genau dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn schließlich müssen sich beide Seiten ausleben können. Nur so kann man als Mensch ausgeglichen und glücklich sein. Nur wer gibt, kann auch etwas zurückbekommen. Aber wer nimmt, der wird daran erinnert, auch mal wieder was zurückzugeben.
Eigentlich paradox. Man muss sich zu etwas zwingen, um glücklich zu sein. Das bedingt aber auch, dass dieses Gleichgewicht nie optimal ist. Egal wie ausgeklügelt ich die Balance zu halten versuche, ca. 5% fehlen mir einfach immer. Das sind die Momente im Leben, in denen ich soziale Situationen falsch interpretiere oder die dunkle Seite mich kalt erwischt.
Die einzige Zeit, in der ich keine Kontrolle über mich habe, ist im Schlaf. Wenn ich über längere Zeit Stress habe und ich zu müde werde, die Balance aufrecht zu erhalten, dann kommt es zumal vor, dass sich mein dunkles Ich in der Nacht über Schlafwandeln austobt (wenn zumeist nur verbal, doch auch Worte verletzen). Für mich eine Katastrophe, da ich dann den völligen Kontrollverlust habe.
Ich habe über die Zeit meine Methoden gefunden, gerade Stresssituationen zu meistern über autogenes Training, Tai Chi, über Musik hören, Bücher schreiben, usw. Dennoch kommen diese Austicker immer wieder. Auch wenn sie für mich peinlich sind, so sind sie immer ein Gradmesser, dass ich es in der letzten Zeit übetrieben habe und wieder an mir arbeiten muss.
Yin und Yang gehören zusammen. Ausgeglichen machen sie glücklich. Ich schätze es sehr, dass ich es über die Jahre geschafft habe, diese Balance einigermaßen hinzukriegen. Nur wenn alle etwas von sich geben, haben alle zusammen mehr davon.
Die helle Seite ist für mich das Ideal, sozial zu sein, Gefühle zu zeigen, mich mit anderen zu freuen. Die dunkle Seite jedoch das, was ich persönlich nicht erstreben möchte. Aber genau diese Seite wird übermächtig, wenn ich mich meinem Urcharakter, den ich zur Geburt bekommen habe, hingebe. Ich würde innerhalb kürzester Zeit asozial, egoistisch und selbstverliebt werden.
Es ist ein ständiger Kampf in mir drin, genau dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn schließlich müssen sich beide Seiten ausleben können. Nur so kann man als Mensch ausgeglichen und glücklich sein. Nur wer gibt, kann auch etwas zurückbekommen. Aber wer nimmt, der wird daran erinnert, auch mal wieder was zurückzugeben.
Eigentlich paradox. Man muss sich zu etwas zwingen, um glücklich zu sein. Das bedingt aber auch, dass dieses Gleichgewicht nie optimal ist. Egal wie ausgeklügelt ich die Balance zu halten versuche, ca. 5% fehlen mir einfach immer. Das sind die Momente im Leben, in denen ich soziale Situationen falsch interpretiere oder die dunkle Seite mich kalt erwischt.
Die einzige Zeit, in der ich keine Kontrolle über mich habe, ist im Schlaf. Wenn ich über längere Zeit Stress habe und ich zu müde werde, die Balance aufrecht zu erhalten, dann kommt es zumal vor, dass sich mein dunkles Ich in der Nacht über Schlafwandeln austobt (wenn zumeist nur verbal, doch auch Worte verletzen). Für mich eine Katastrophe, da ich dann den völligen Kontrollverlust habe.
Ich habe über die Zeit meine Methoden gefunden, gerade Stresssituationen zu meistern über autogenes Training, Tai Chi, über Musik hören, Bücher schreiben, usw. Dennoch kommen diese Austicker immer wieder. Auch wenn sie für mich peinlich sind, so sind sie immer ein Gradmesser, dass ich es in der letzten Zeit übetrieben habe und wieder an mir arbeiten muss.
Yin und Yang gehören zusammen. Ausgeglichen machen sie glücklich. Ich schätze es sehr, dass ich es über die Jahre geschafft habe, diese Balance einigermaßen hinzukriegen. Nur wenn alle etwas von sich geben, haben alle zusammen mehr davon.
Donnerstag, 9. Juli 2015
Gegen den Strom
Als Autist ist es schwierig, im Gleichschritt mit den anderen Menschen zu gehen. Zu vieles ist zu unlogisch und unerklärbar. Da regt sich in der Natur der eigenen Denkweise Widerstand.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, wieso man gegen den Strom schwimmt, koste was es wolle, bis zur Selbstaufgabe. Bei manchen mag dies wie Sturheit vorkommen, doch das liegt in der Logik der Sache: Wieso soll man wie ein Lemming mit den anderen den Wasserfall hinunterfallen, der doch in der nahen Zukunft auf einem wartet?
Man sieht so vieles auf einem zukommen im Leben, das vorhersehbar ist oder zumindest eine reelle Chance hat, einzutreten. Deshalb sucht man sich ja auch aus jeder Situation über einen Umweg eine Abkürzung.
Was am Anfang noch schwierig ist, entwickelt sich über die Zeit als ein ausgeklügeltes System. Niemand hat die Energie, ständig gegen den Strom zu schwimmen. Man lernt, im richtigen Moment zur Seite oder leicht schräg gegen die Strömung anzukämpfen, um Energie zu sparen. Ein gesunder Hang zu Faulheit zahlt sich eben aus. In toten Winkeln kann man sich erholen und als Belohnung winkt auch ab und zu das rettende Ufer.
Das Schwierigste ist jedoch, nur so gegen den Strom zu schwimmen, dass man sich nicht zu sehr von der Gesellschaft abkapselt und so als Spinner oder Querulant abgestempelt wird. Man muss auch lernen, sich manchmal treiben zu lassen und abzuwarten. Das sind die Zeiten, in denen man die Strömung studieren kann und genau sieht, wann der nächste Wasserfall kommt. Dann ist es Zeit, ans Ufer zu gehen und den Wasserfall zu umgehen.
Wenn ich also nicht immer das tue, was andere von mir erwarten, so hat dies auch durchaus seinen Grund. Darin sind sich Anomalie, mein Hauptcharakter in meinen Büchern, und ich sehr ähnlich. Wir beide wagen bewusst oder unbewusst den Blick in die Zukunft, um sich vor Enttäuschungen zu bewahren.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, wieso man gegen den Strom schwimmt, koste was es wolle, bis zur Selbstaufgabe. Bei manchen mag dies wie Sturheit vorkommen, doch das liegt in der Logik der Sache: Wieso soll man wie ein Lemming mit den anderen den Wasserfall hinunterfallen, der doch in der nahen Zukunft auf einem wartet?
Man sieht so vieles auf einem zukommen im Leben, das vorhersehbar ist oder zumindest eine reelle Chance hat, einzutreten. Deshalb sucht man sich ja auch aus jeder Situation über einen Umweg eine Abkürzung.
Was am Anfang noch schwierig ist, entwickelt sich über die Zeit als ein ausgeklügeltes System. Niemand hat die Energie, ständig gegen den Strom zu schwimmen. Man lernt, im richtigen Moment zur Seite oder leicht schräg gegen die Strömung anzukämpfen, um Energie zu sparen. Ein gesunder Hang zu Faulheit zahlt sich eben aus. In toten Winkeln kann man sich erholen und als Belohnung winkt auch ab und zu das rettende Ufer.
Das Schwierigste ist jedoch, nur so gegen den Strom zu schwimmen, dass man sich nicht zu sehr von der Gesellschaft abkapselt und so als Spinner oder Querulant abgestempelt wird. Man muss auch lernen, sich manchmal treiben zu lassen und abzuwarten. Das sind die Zeiten, in denen man die Strömung studieren kann und genau sieht, wann der nächste Wasserfall kommt. Dann ist es Zeit, ans Ufer zu gehen und den Wasserfall zu umgehen.
Wenn ich also nicht immer das tue, was andere von mir erwarten, so hat dies auch durchaus seinen Grund. Darin sind sich Anomalie, mein Hauptcharakter in meinen Büchern, und ich sehr ähnlich. Wir beide wagen bewusst oder unbewusst den Blick in die Zukunft, um sich vor Enttäuschungen zu bewahren.
Mittwoch, 17. Juni 2015
Mehrdimensionales Denken
Die erste Dimension ist eine Gerade, die zweite eine Fläche, die dritte ein Volumen und die vierte die Zeit, aber die fünfte, sechste, siebte, ... ? Habt ihr deshalb schon mal versucht, Informationen im Kopf mehrdimensional zu verbinden?
Das Tolle an Informationen ist doch, dass sie mit mehreren anderen Informationen in irgendeiner Form zusammenhängen. Wenn eine Information zwei Verknüpfungspunkte hat, dann bilden diese eine Fläche, auf der sich weitere ähnliche Informationen tummeln können. Wenn eine Information jedoch drei Verknüpfungspunkte hat und sich mehrere Informationen mit diesen je eine Fläche teilen, dann durchschneiden sich diese Flächen. Das lässt sich beliebig mit jeder Verbindung erweitern. Eine Information kann so mannigfaltige Informationsverknüpfungsflächen haben.
Das Dumme dabei ist ja, dass es ja mehrere Informationen gibt und jede steht wieder mit anderen in Verbindung und wieder mit anderen in Verbindung. Das gibt unendliche Verknüpfungsflächen, die man sich nicht mehr vorstellen kann. Stellt man sich diese Flächen hingegen jede für sich als eine eigene Dimension vor, dann kann man sich darauf vor und zurückbewegen. Aber es ist auch ein Einfaches von einer Dimension über die Informationen in eine andere Dimension abzweigen.
Es ist ein mannigfaltiges Universum an Erkenntnissen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Denn aus jeder Erkenntnis ergibt sich wieder eine neue Ebene, sprich Dimension, auf der sich plötzlich neue Informationen tummeln. Um sich das noch vorstellen zu können, biegen wir mal wie in einem Wurmloch diese Ebenen und daraus gibt sich ein Knäuel, indem wir uns beliebig bewegen können.
Ich als Autist denke so. Meine Intuition lenkt mich dabei, so dass ich mich nicht verirre. Über jede Erkenntnis freue ich mich und genau über diesen Trick mit den gebogenen Ebenen finde ich über einen Umweg meist die einfachere und bessere Lösung für Probleme an denen ich arbeite.
So ist auch meine virtuelle Welt in in meinem Fantasy-Zyklus "Anomalie" aufgebaut. Die ganzen Charaktere, Welten, Regeln, Ausnahmen, Gegebenheiten, usw. haben sich über die Jahre genau so aufgebaut. Nur in diesem Fall bin ich der Architekt dieser mehrdimensionalen Welt und biege mir die Dimensionen so zurecht, wie ich sie haben möchte. Nur muss ich dabei aufpassen, dass ich die Kreuzungspunkte nicht verschiebe, denn das würde in Widersprüchen in meiner virtuellen Welt hervorrufen. Das darf nicht sein.
Das Tolle an Informationen ist doch, dass sie mit mehreren anderen Informationen in irgendeiner Form zusammenhängen. Wenn eine Information zwei Verknüpfungspunkte hat, dann bilden diese eine Fläche, auf der sich weitere ähnliche Informationen tummeln können. Wenn eine Information jedoch drei Verknüpfungspunkte hat und sich mehrere Informationen mit diesen je eine Fläche teilen, dann durchschneiden sich diese Flächen. Das lässt sich beliebig mit jeder Verbindung erweitern. Eine Information kann so mannigfaltige Informationsverknüpfungsflächen haben.
Das Dumme dabei ist ja, dass es ja mehrere Informationen gibt und jede steht wieder mit anderen in Verbindung und wieder mit anderen in Verbindung. Das gibt unendliche Verknüpfungsflächen, die man sich nicht mehr vorstellen kann. Stellt man sich diese Flächen hingegen jede für sich als eine eigene Dimension vor, dann kann man sich darauf vor und zurückbewegen. Aber es ist auch ein Einfaches von einer Dimension über die Informationen in eine andere Dimension abzweigen.
Es ist ein mannigfaltiges Universum an Erkenntnissen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Denn aus jeder Erkenntnis ergibt sich wieder eine neue Ebene, sprich Dimension, auf der sich plötzlich neue Informationen tummeln. Um sich das noch vorstellen zu können, biegen wir mal wie in einem Wurmloch diese Ebenen und daraus gibt sich ein Knäuel, indem wir uns beliebig bewegen können.
Ich als Autist denke so. Meine Intuition lenkt mich dabei, so dass ich mich nicht verirre. Über jede Erkenntnis freue ich mich und genau über diesen Trick mit den gebogenen Ebenen finde ich über einen Umweg meist die einfachere und bessere Lösung für Probleme an denen ich arbeite.
So ist auch meine virtuelle Welt in in meinem Fantasy-Zyklus "Anomalie" aufgebaut. Die ganzen Charaktere, Welten, Regeln, Ausnahmen, Gegebenheiten, usw. haben sich über die Jahre genau so aufgebaut. Nur in diesem Fall bin ich der Architekt dieser mehrdimensionalen Welt und biege mir die Dimensionen so zurecht, wie ich sie haben möchte. Nur muss ich dabei aufpassen, dass ich die Kreuzungspunkte nicht verschiebe, denn das würde in Widersprüchen in meiner virtuellen Welt hervorrufen. Das darf nicht sein.
Mittwoch, 1. April 2015
Lesezeichen mal anders
Lesezeichen dienen im Leben dazu, in Büchern oder im Internet das wiederzufinden, wo man zuletzt war oder was einem wichtig ist.
Für mich sind Lesezeichen aber viel mehr. Über Durchhaltewillen kann ich mich ja nicht beklagen, doch zu oft muss ich mitten in einer Arbeit oder einem Projekt aufhören. Damit ich dann nicht verpasse, wo ich aufgehört habe, setze ich in meinem Kopf eine Lesezeichen. Dann kann ich später genau dort weitermachen, wo ich aufgehört habe.
Wenn da nur nicht meine vielen Interessen wären. So viele Dinge die man kreuz und quer aufhören und wieder anfangen muss. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Dank meinen gedanklichen Lesezeichen kann ich aber Ordnung ins Chaos bringen und mal hier aufhören und mal da weitermachen.
Das funktioniert sogar so gut, dass ich bei meinen Büchern ein paar Tage oder Wochen aussetzen kann und praktisch unterbrechungsfrei weiterarbeiten, wenn sich mir die Zeit bietet. So hatte ich es bei meinem aktuellen Buchentwurf gehalten. Zum Teil musste ich zwischendurch das erste Buch, das in der Veröffentlichung stand, nacharbeiten. Da musste dann das neue Buch eben warten, bis Zeit dazu war, wieder weiterzuarbeiten. Dieses Wechselspiel ging über Monate.
Wieso ich da kein Durcheinander kriege, weiss ich nicht. Es funktioniert einfach. Es ist wie Schubladen ziehen, wenn man sie braucht. Was man da rein gelegt hat, ist dann einfach wieder da.
Für mich sind Lesezeichen aber viel mehr. Über Durchhaltewillen kann ich mich ja nicht beklagen, doch zu oft muss ich mitten in einer Arbeit oder einem Projekt aufhören. Damit ich dann nicht verpasse, wo ich aufgehört habe, setze ich in meinem Kopf eine Lesezeichen. Dann kann ich später genau dort weitermachen, wo ich aufgehört habe.
Wenn da nur nicht meine vielen Interessen wären. So viele Dinge die man kreuz und quer aufhören und wieder anfangen muss. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Dank meinen gedanklichen Lesezeichen kann ich aber Ordnung ins Chaos bringen und mal hier aufhören und mal da weitermachen.
Das funktioniert sogar so gut, dass ich bei meinen Büchern ein paar Tage oder Wochen aussetzen kann und praktisch unterbrechungsfrei weiterarbeiten, wenn sich mir die Zeit bietet. So hatte ich es bei meinem aktuellen Buchentwurf gehalten. Zum Teil musste ich zwischendurch das erste Buch, das in der Veröffentlichung stand, nacharbeiten. Da musste dann das neue Buch eben warten, bis Zeit dazu war, wieder weiterzuarbeiten. Dieses Wechselspiel ging über Monate.
Wieso ich da kein Durcheinander kriege, weiss ich nicht. Es funktioniert einfach. Es ist wie Schubladen ziehen, wenn man sie braucht. Was man da rein gelegt hat, ist dann einfach wieder da.
Donnerstag, 26. Februar 2015
Chaostheorie der Gefühle
Für viele Autisten ist die Chaostheorie
logischer als Gefühle. Das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass
Autisten keine Gefühle haben und diese auch nicht zeigen können.
Wir durchleben die genau gleichen Gefühle wie andere Menschen auch.
Der Unterschied ist nur, dass wir
Probleme haben, auf die Gefühle unserer Mitmenschen richtig zu
reagieren. Gefühle folgen keiner Logik, darum heissen sie auch so.
Gefühle machen Menschen aus. Sie zeigen die Situationen, in denen
sie sich gerade befinden.
Wenn wir nur genügend Zeit haben,
diese zu analysieren, dann reagieren wir auch richtig. Nur hat man im
Alltag diese Zeit nicht. Situationen erfordern ein rasches Handeln
und wenn wir darin gehetzt werden, erkennen wir oft Situationen
nicht, in denen man eigentlich handeln und eingreifen sollte. Die
andere Seite der Medaille ist, dass wenn wir merken, dass wir
reagieren müssen, wir das Falsche tun. Nicht, dass wir das nicht
merken würden. Doch wenn wir etwas gesagt oder getan haben, ist es
schon passiert und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Da ich persönlich nur sehr ungern
Fehler mache, führt dies oft dazu, dass ich eben überhaupt nicht
reagiere – auch falsch.
Doch auch hinter der Chaostheorie
stecken Regelmässigkeiten, so auch bei den Gefühlen. Über die
Jahre habe ich gelernt, damit besser umzugehen und richtig zu
handeln. Doch auch mich erwischt es immer wieder, dass ich Fehler
mache. Nur ärgere mich nicht mehr so sehr darüber, entschuldige
mich und lerne daraus. So tune ich mein Regelwerk, das ich mir
zurechtgelegt habe, um auf meine Mitmenschen zu reagieren.
Beim Bücherschreiben kann ich zudem
alle Situationen durchspielen und die jeweils Beste auswählen,
welche den Geschichtsverlauf fördert. Das hilft mir in zweierlei
Hinsicht: als Autor wie auch im Privatleben.
Also alles gar nicht so schlimm,
solange man bereit ist, Fehler zu machen. Fehler sind dazu da, zu
lernen – und Gefühle, um sich der Umwelt mitzuteilen oder Feedback
zu erhalten.
Mittwoch, 11. Februar 2015
Auge um Auge
Vielen Autisten kann man es
sprichwörtlich an ihrem Verhalten ansehen, dass sie anders sind. Oft
wird der Blickkontakt zu anderen gemieden.
Aus meiner Sicht ist dies ein
Schutzmechanismus. Denn die Augen sind das Tor zur Seele. Das Leben schnürt einem Jeden einen Rucksack aus
Freude, Traurigkeit, Wut, Ohnmächtigkeit, Gleichgültigkeit,
Enttäuschung, … Das liesse sich endlos weiterführen.
Ein Augenkontakt öffnet das Tor zur
Gefühlswelt des Gegenübers - jahrelang angestaute Spuren an Eindrücken. Man stelle sich vor, welche Flut an
Gefühlen auf einem eindringt, wenn man einen Menschen nicht kennt
und wenn man diese Gefühle nicht sortieren kann. Gefühle sind für Autisten
schon schwierig genug. Es ist ein Buch mit sieben Siegeln. Ein
Augenkontakt fühlt sich an wie ein Dammbruch und der schmerzt in der Seele.
Auch wenn ich das Beobachten von Leuten
und ihrer Verhaltensweisen liebe, so meide ich dennoch den
Blickkontakt. Ich will nicht von jedem meiner Gegenüber die ganze
Gefühlswelt aufgetischt bekommen, ohne dass ich oder das Gegenüber
das möchte. Noch schlimmer, wenn die Gespräche mit diesen Leuten
und das Gefühlte aus dem Augenkontakt diametral auseinandergehen.
Das verwirrt nur. Wem soll man denn nun Glauben: den Augen oder den
Lippenbekundungen?
Zum Glück habe ich bis heute gelernt,
damit umzugehen – den Augenkontakt zu suchen, aber nur flüchtig,
meine Schranken hochzuziehen, bevor mich der Schwall aus Gefühlen
treffen kann.
Und dennoch, wenn man den Leuten, die
man mag, in die Augen blickt, dann geniesst man den Augenkontakt.
Denn da ist man mit der Geschichte der Personen vertraut und
kann mit den aufgetischten Gefühlen umgehen.
Freitag, 23. Januar 2015
Wie erschaffe ich eine Welt
Wen begeistern nicht Bücher bzw. Filme
wie Herr der Ringe, Darkover, Dune oder Star Wars. Doch wenn man
analysiert, wie die einzelnen Puzzleteile dieser Welten zusammenpassen,
dann wird man sich mit der Zeit bewusst, dass dies kein Zufall sein
kann. Da steckt penible Planung dahinter und soziale Gefüge, welche
weit über das Vorstellungsvermögen hinausgehen.
Gerade da finde ich es spannend, in
solche Zyklen einzutauchen und die Regelwerke zu erforschen. Ich
freue mich über jeden Puzzlestein, welcher das Gesamtbild
vervollkomnet, über jeden Irrweg, welcher nach der Auflösung in
einem neuen endet.
Kein Wunder, dass ich selbst an einem
solchen Zyklus über Jahre arbeite. So weit wie bei Herr der Ringe
werde ich es jedoch nicht treiben. Die Detailtreue dort raubt mir den Atem.
Selbst schaue ich penibel, dass meine Fantasiewelt mit allen Schönheiten und
Spannungen in sich stimmig ist. Und wie im wahren Leben, es gibt
keine Regel ohne Ausnahme, solange sie nicht gegen die grundlegenden
Prinzipien verstösst.
Apropos wahres Leben: Wer denkt, dass
alles erfunden ist, irrt sich. Noch immer schreibt die besten
Geschichten das wahre Leben. Nur wer unsere Umwelt beobachtet, kann
diese Perlen entdecken und sie in die eigene Welt adaptieren.
Wie weit das noch gehen wird? Ich habe
noch genügend Material in die Vergangenheit, wie auch in die
Zukunft, dass ich beliebig Bücher erschaffen kann und Facetten aus
dem Universum der „Anomalie“ auskoppeln kann. Einzig meiner
Fantasie und meiner Zeit als Autor sind Grenzen gesetzt.
Mittwoch, 7. Januar 2015
Gefühlte Sprache
Bei einigen Asperger-Autisten, mich
nicht ausgenommen, fühlen sich Zahlen und Formeln einfach nur gut
an. Sie haben so eine logische Regelmässigkeit an sich. Dreht man an
einem Ort das Schräubchen, ist das Resultat an einem anderen Ort
zielsicher bestimmbar.
Welch ein Graus war für mich die
deutsche Sprache in der Primarschule. In den ersten Jahren hasste ich
Aufsätze und Geschichten schreiben. Das Ding wollte sich einfach
keinen nachvollziehbaren Regeln stellen. Dementsprechend waren auch
die Noten im Keller beim freien Schreiben von Aufsätzen.
Die Freude der Sprache entdeckte ich
erst in der Realschule. Da stellte ich fest, dass auch das Deutsche
Regeln folgt, trotz der schieren Vielfalt an Möglichkeiten,
Kombinationen und Ausnahmen. Ja, auch Ausnahmen sind Regeln, wenn
auch nur eine Regel für einen einzelnen Fall.
Aufsätze waren von einem Monat auf den anderen meine liebste Tätigkeit. Die Vielfalt der Sprache wurde zu meinem Freund und die Texte ausgefeilter. Mit dem ersten Familiencomputer begann ich meine eigenen Bücher zu schreiben. Da konnte ich endlich experimentieren,
umstellen, umschreiben und feilen, bis sich die Sätze gut anfühlten.
Wenn ich heute die Texte von damals
lese, schmerzen mich die Sätze. Sie fühlen sich holprig und unreif
an (im Ernst, da liegen auch Jahrzehnte dazwischen). Ich habe in den Jahren so viele neue Regeln gelernt,
wie die deutsche Sprache noch schöner und runder wird, dass die
Ansprüche an die aneinandergereihten Worte viel höher liegen.
Denn heute weiss ich, wenn ich an einem
Wort im Satz die Schraube drehe, welche anderen Teile sich anpassen
müssen, damit der Lesefluss wieder stimmt. Das geht auch über mehrere Sätze hinweg, bis sie sich zu einem harmonischen Ganzen, einer Geschichte, zusammenfügen.
Dienstag, 30. Dezember 2014
Soziale Buchhaltung
Gerade diese Jahreszeit ist für mich
besonders. Es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Bei mir hat dies eine
besondere Bewandtnis: Ich kann mich gegenüber meinen Mitmenschen nur
sozial verhalten, indem ich im Kopf Buchhaltung führe.
Tönt skurril? Ist es auch. Ganz
einfaches Beispiel: Ein Kollege lädt mich zu einem belegten Brötchen
ein. Ich notiere mir das innerlich. Derselbe Kollege nimmt mich mit dem Auto
mit. Ich notiere mir das innerlich. Irgendwann habe ich zu viele Schulden diesem
Kollegen gegenüber und lade ihn, um das auszugleichen, zum Essen ein
oder zahle die nächste Tankfüllung, wenn sich die Chance dazu
ergibt.
Weihnachten ist hier viel Stress für
mich. So viele Personen, die mir etwas schenken und ich das irgendwie
wieder ausgleichen muss. Meine Bilanz schaut hier dann nicht immer
ausgeglichen aus und das stört mich.
Besonders schwierig, was schenkt man
zurück, wenn man noch gar nicht weiss, was man bekommt. Hier habe
ich über die letzten Jahren die Buchhaltung verfeinert. Nicht nur
Materielles wird einbezogen, sondern auch die persönliche
Wertschätzung gegenüber meinen Lieben. Ich erlaube mir hier und da
Abzüge oder Zuschläge zu vermerken. Nicht nur Materielles beziehe
ich hier ein, sondern auch Gefälligkeiten, Aushelfen oder einfach
nur einen gemütlichen Abend beisammen zu sein.
In meinen Büchern nutze ich diese Fähigkeiten, um soziale Spannungen zu generieren oder die vom Leser erwartete Gerechtigkeit wiederherzustellen.
In diesem Sinne schliesse ich meine
Buchhaltung für dieses Jahr. Nur wenige Posten sind noch offen. Es
war ein gutes Jahr. Ein paar Abschreiber erlaube ich mir auch dieses
Jahr. Denn so lebe ich: Gib zehn, nimm eins.
Mittwoch, 17. Dezember 2014
Schreiben statt Reden
Zu reden, heisst spontan sein.
Spontanität ist einer meiner Feinde seit jeher. Alles soll sich ja
schliesslich in geordneten Bahnen bewegen. Aber ohne Reden geht
es eben nicht. Es ist ein notwendiges Übel, damit man nicht aus der
Gesellschaft ausgegrenzt wird.
Die deutsche Sprache hat zudem die
Angewohnheit, unendliche Möglichkeiten an Variationen zu bieten.
Wenn ich schreibe, dann geniesse ich diese Vielfalt, denn so kann ich die
Sprache spüren und die richtige Kombination der Wörter
herausfeilen, bis alles passt.
Nur beim Reden, da stolpere ich über
diese Möglichkeiten. Ich will zu viel sagen, zu viel verschachteln,
verhaspele mich. Mit den Sprichwörtern stehe ich dann auf
Kriegsfuss, obwohl ich alle wichtigen kenne, wenn ich schreibe. Beim
Reden verdrehe ich regelmässig Wörter, der Sinn geht verloren. Kaum
ausgesprochen, merke ich die Fehler. Das kann sogar soweit gehen,
dass ich genau das Gegenteil sage, von dem, was ich wirklich meine.
Ganz schlimm ist es, wenn ungeordnete
Gruppen aus Menschen um mich stehen und reden. Zumeist sind dies
Feste oder Versammlungen. Da fühlt sich der Raum wie ein Bienenstock
an. Ich verstehe kein Wort mehr und werde still, rede kaum noch. Dann
hilft mir nur noch das gezielte Fokussieren auf einzelne Personen.
Auch das Telefon fühlt sich nicht
richtig an. Ich kein Gegenüber und auch die Mimik und Gestik fehlt,
um alles richtig zu verstehen. Oft muss ich nachfragen, ob ich alles
richtig verstanden habe.
Es gibt nur eine Ausnahme, da ist Reden
einfach. Wenn es um meine Lieblingsthemen, meinen Wissenschatz in
einem einzelnen Bereich, geht. Da kann ich meine Gesprächspartner in Grund und
Boden reden – auch nicht wirklich gut, da ich es zu spät merke.
Zum Glück werde ich jedes Jahr älter
und darf auf einen grösseren Erfahrungsschatz zurückgreifen. So
fällt es mir heute wesentlich einfacher zu reden, als noch vor ein
paar Jahren.
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Umweg als Abkürzung
Der Mensch neigt dazu, seine Wege zu
seinen Zielen abzukürzen. Dabei wird oft der direkteste Weg gewählt.
Als Autist denke ich da anders. Da kann
ein Umweg die viel einfachere Lösung sein. Das scheint paradox,
doch möchte ich folgendes Beispiel zur Verdeuchtlichung der "Abkürzung" nehmen:
Wenn der direkte Weg durch Sümpfe
und Berge führt, jedoch der Umweg drum herum eben und trocken ist, so ist
dies der schnellere Weg.
Wenn man diese Fähigkeit, etwas
abseits zu denken, perfektioniert, findet man im Leben oft die
besseren, schnelleren und einfacheren Lösungen. Das nennt man dann
Effizienz.
In der Literatur, da halte ich es genau
umgekehrt. Ich sehe mit meinem roten Faden das Ziel klar vor mir. Den
Leser lasse ich den Faden höchstens erahnen, indem ich versteckte
Hinweise streue. Falsche Hinweise leiten den Leser jedoch bewusst
fehl.
So irren die Charaktere, begleitet vom
Leser, von einem Problem ins nächste. Erst kurz vor Ende der Geschichte laufen die Fäden wieder zusammen für das grosse
Aha-Erlebnis.
Den „besten“ Weg hier zu wählen
wäre viel zu langweilig. Da wäre die Geschichte nur wenige Seiten
lang. Deshalb sind Verirrungen und
Verwirrungen in diesem Sinne besser, denn nur das Leseerlebnis zählt.
Im wahren Leben lebe ich Effizient, im fiktiven Leben die Ineffizienz. In beiden Fällen ist der Umweg die bessere Lösung.
Mittwoch, 26. November 2014
Intuition – wenn Gedanken im Hintergrund kreisen
Kreativität hat mit Eingebung zu tun.
Wo stände man als Autor ohne diese Impulse, die eine Geschichte
erst entstehen lassen.
Lange dachte ich, dass genau diese
Intuition von selbst kommt, sich gordische Knoten in den
Geschichtssträngen plötzlich mit einer ganze einfachen Variante von
selbst auflösen. Doch Intuition ist viel mehr der Extrakt aus
dem Unterbewusstsein, welches mir die Resultate nach endlosen
Gedankenrunden präsentiert.
Mir ist das erst so richtig bewusst
geworden, als ich merkte, dass in vielen Pausen, in denen ich mich
normalerweise entspanne, im Hintergrund die Gedanken kreisen. Wenn ich für meine Bücher an den Welten feile,
finden sich gerade diese Gedanken dort wieder. Wie durch ein Milchglas schimmern sie in mein Bewusstsein durch.
Erst da ist mir bewusst geworden, wie sehr mich meine Welten vereinnehmen. Es kann dabei durchaus passieren, dass
ein Problem mehrere Monate im Unterbewusstsein gärt, bis plötzlich
die Lösung für komplexe Zusammenhänge über einen ganz einfachen
Mechanismus ins Bewusstsein drängt.
Ich liebe es,
ohne Druck an meinen Geschichten zu bauen. Kapitel dürfen sich über Wochen und Monate entwickeln und werden gerade dadurch stimmig.
Wenn ich mir darüber auch bewusst bin, woher die Intuition kommt, überrascht sie mich immer wieder. Ich kann oft nicht erkennen, womit sich mein
Unterbewusstsein tief verborgen gerade beschäftigt.
Donnerstag, 20. November 2014
Charaktere im Spannungsfeld sozialer Defizite
Die sozialen Zusammenhänge in dieser Welt zu verstehen ist ein Buch mit sieben Siegeln. Denn soziale Zusammenhänge folgen keinen Regeln, sondern Gefühlen. Ein Desaster, wenn man es sich gewohnt ist, seine Welt mit Regeln zu organisieren.
Wie soll man etwas lernen, was nur aus Ausnahmen besteht bzw. winzigste Unterscheide komplett andere Verhaltensweisen hervorrufen?
Eine der Überlebensstrategien eines Autisten ist es, andere zu beobachten und daraus zu lernen. Natürlich nicht Leute anstarren, sondern dezent beobachten. Eine andere, hunderte Male pro Tag Situationen im Kopf durchspielen und wie man am besten darauf reagiert. Wirr? Nein, nur systematisch. Versagen gibt es nicht und vor allem nicht peinliche Momente riskieren. Aufgrund eines Fehltrittes ausgelacht zu werden ist so ziemlich das Peinlichste und Erniedrigendste, was man sich vorstellen kann.
Was hat das mit Bücher schreiben zu tun? Nun, sehr viel. Hauptcharaktere tragen die Geschichten und müssen einerseits stimmig sein und andererseits Ecken und Kanten haben. Nur so lassen sich soziale Spannungen in den Geschichten aufbauen, unerwartete Wendungen realisieren oder Katastrophen heraufbeschwören.
Also hunderte Male Situationen durchspielen und schauen, welches den optimalsten Effekt auf die Geschichte ausübt, egal ob positiv oder negativ. Déjà-vu? Siehe oben.
Und dann ist da doch meist auch der unterbewusste Wunsch, man möge doch selbst der Held der Geschichte sein und nicht der angepasste Normalo, der unauffällig durchs Leben schleicht.
Wie soll man etwas lernen, was nur aus Ausnahmen besteht bzw. winzigste Unterscheide komplett andere Verhaltensweisen hervorrufen?
Eine der Überlebensstrategien eines Autisten ist es, andere zu beobachten und daraus zu lernen. Natürlich nicht Leute anstarren, sondern dezent beobachten. Eine andere, hunderte Male pro Tag Situationen im Kopf durchspielen und wie man am besten darauf reagiert. Wirr? Nein, nur systematisch. Versagen gibt es nicht und vor allem nicht peinliche Momente riskieren. Aufgrund eines Fehltrittes ausgelacht zu werden ist so ziemlich das Peinlichste und Erniedrigendste, was man sich vorstellen kann.
Was hat das mit Bücher schreiben zu tun? Nun, sehr viel. Hauptcharaktere tragen die Geschichten und müssen einerseits stimmig sein und andererseits Ecken und Kanten haben. Nur so lassen sich soziale Spannungen in den Geschichten aufbauen, unerwartete Wendungen realisieren oder Katastrophen heraufbeschwören.
Also hunderte Male Situationen durchspielen und schauen, welches den optimalsten Effekt auf die Geschichte ausübt, egal ob positiv oder negativ. Déjà-vu? Siehe oben.
Und dann ist da doch meist auch der unterbewusste Wunsch, man möge doch selbst der Held der Geschichte sein und nicht der angepasste Normalo, der unauffällig durchs Leben schleicht.
Donnerstag, 13. November 2014
26 Jahre - Was ist schon normal?
26 Jahre von den ersten Schreibversuchen bis zum fertigen Buch. Na ja, wohl eher 16, aufgrund der 10-jährigen Pause dazwischen. So viel Ordnung muss ein.
Die meisten mögen es Wahnsinn nennen, andere Selbstüberschätzung bis zum bitteren Ende. Doch eigentlich ist es nur unermüdliche Ausdauer und das Festhalten an einem Ziel - einem Versprechen an sich selbst.
Im Leben eines Autisten bestimmen Regeln das Leben, manchmal unüberschaubare, tonnenweise ineinander verschachtelte Konstrukte. Ein Versprechen an sich selbst darf nicht gebrochen werden. Das würde das säuberlich darauf aufgebaute Leben ad absurdum führen.
Die ersten Jahre (1987 bis 1996) war Schreiben nur ein Hobby für mich. Ich wollte auch mal ein paar Bücher schreiben. Zuerst eines, dann ein zweites, gefolgt von einem dritten. Beim vierten kam der Absturz. Die Ernüchterung, dass der Schreibstil nicht reicht, die Geschichte zu langweilig ist und überhaupt das ganze eine unveröffentlichbare Katastrophe darstellt.
Bis 2006 war künstlerische Ruhe, bis das "Anomalie"-Universum meine Gedanken wieder so einvernahm, dass ich mir schwor, das vierte Buch (Anomalie - Schicksal) doch noch zu veröffentlichen. Dieses Mal mit der Konstanz und Penibilität, wie es sich für Buch gehört. Endlose Stunden wurde gefeilt, angepasst, neu geschrieben, verworfen und korrigiert, korrigiert, korrigiert. Das Resultat war mein erstes Buch, hinter dem ich mit Freude stehen kann. Es begeistert nicht nur mich, sondern auch viele meiner Leser. Vielen Dank für dieses Erlebnis. Ich möchte es nicht missen.
Nur eben, mit dem Strom schwimmen ist nicht. Das Buch musste Besonders sein. 'Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.' (Zitat Michael Ende)
Die meisten mögen es Wahnsinn nennen, andere Selbstüberschätzung bis zum bitteren Ende. Doch eigentlich ist es nur unermüdliche Ausdauer und das Festhalten an einem Ziel - einem Versprechen an sich selbst.
Im Leben eines Autisten bestimmen Regeln das Leben, manchmal unüberschaubare, tonnenweise ineinander verschachtelte Konstrukte. Ein Versprechen an sich selbst darf nicht gebrochen werden. Das würde das säuberlich darauf aufgebaute Leben ad absurdum führen.
Die ersten Jahre (1987 bis 1996) war Schreiben nur ein Hobby für mich. Ich wollte auch mal ein paar Bücher schreiben. Zuerst eines, dann ein zweites, gefolgt von einem dritten. Beim vierten kam der Absturz. Die Ernüchterung, dass der Schreibstil nicht reicht, die Geschichte zu langweilig ist und überhaupt das ganze eine unveröffentlichbare Katastrophe darstellt.
Bis 2006 war künstlerische Ruhe, bis das "Anomalie"-Universum meine Gedanken wieder so einvernahm, dass ich mir schwor, das vierte Buch (Anomalie - Schicksal) doch noch zu veröffentlichen. Dieses Mal mit der Konstanz und Penibilität, wie es sich für Buch gehört. Endlose Stunden wurde gefeilt, angepasst, neu geschrieben, verworfen und korrigiert, korrigiert, korrigiert. Das Resultat war mein erstes Buch, hinter dem ich mit Freude stehen kann. Es begeistert nicht nur mich, sondern auch viele meiner Leser. Vielen Dank für dieses Erlebnis. Ich möchte es nicht missen.
Nur eben, mit dem Strom schwimmen ist nicht. Das Buch musste Besonders sein. 'Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.' (Zitat Michael Ende)
Freitag, 7. November 2014
Autist als Autor
Wieso wird gerade ein Autist mit dem Asperger-Syndrom Autor für Fantasy-Romane?
Für Asperger-Autisten sind soziale Interaktionen unlogisch und belastend, da diese keinen nachvollziehbaren Regeln folgen. Um dennoch in der Gesellschaft unauffällig zu überleben, werden häufig ein oder mehrere Strategien angewandt.
Eine davon ist es, für sich selbst eine ideale, imaginäre Welt zu erschaffen. Darin kann man experimentieren und alltägliche Situationen durchspielen, ohne Angst zu versagen oder Fehler zu machen.
Meine Welt ist diejenige von Anomalie. Diese Welt begleitet mich seit dem Teenager-Zeitalter und hat mich so sehr begeistert, dass ich begann, Bücher zu schreiben. Zuerst nur im Verborgenen und dann später auch mit dem Wunsch, diese Bücher mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Man kann sich vorstellen, dass es für mich nicht einfach war, meine Welt mit anderen zu teilen. Die Angst war gross, Ablehnung zu erfahren. Doch das Gegenteil war der Fall.
Wie ich sind noch viele andere Asperger-Autisten diesen Weg gegangen und nicht wenige davon sehr erfolgreich. Ein schönes Beispiel dafür, dass "Anders sein" sich gesellschaftlich auszahlen kann.
Für Asperger-Autisten sind soziale Interaktionen unlogisch und belastend, da diese keinen nachvollziehbaren Regeln folgen. Um dennoch in der Gesellschaft unauffällig zu überleben, werden häufig ein oder mehrere Strategien angewandt.
Eine davon ist es, für sich selbst eine ideale, imaginäre Welt zu erschaffen. Darin kann man experimentieren und alltägliche Situationen durchspielen, ohne Angst zu versagen oder Fehler zu machen.
Meine Welt ist diejenige von Anomalie. Diese Welt begleitet mich seit dem Teenager-Zeitalter und hat mich so sehr begeistert, dass ich begann, Bücher zu schreiben. Zuerst nur im Verborgenen und dann später auch mit dem Wunsch, diese Bücher mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Man kann sich vorstellen, dass es für mich nicht einfach war, meine Welt mit anderen zu teilen. Die Angst war gross, Ablehnung zu erfahren. Doch das Gegenteil war der Fall.
Wie ich sind noch viele andere Asperger-Autisten diesen Weg gegangen und nicht wenige davon sehr erfolgreich. Ein schönes Beispiel dafür, dass "Anders sein" sich gesellschaftlich auszahlen kann.
Die Welt anders sehen
Ich
bin (vermutlich) Autist mit dem Asperger-Syndrom und sehe dies nicht
als Behinderung an sondern als Gabe.
Mein
Blog zeigt die Welt, wie ich sie sehe in Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Autor. Das heisst nicht unbedingt,
dass diese Sichtweisen bei anderen Autisten ebenfalls so sind.
Das
Blog soll vielmehr zu mehr Akzeptanz für anders denkende Menschen
beitragen und diese integrieren und nicht ausgrenzen. Anders sein ist
aus meiner Sicht eine Bereicherung für die Gesellschaft und keine
Belastung.
Um
zu verstehen, wie ein Autist mit dem Asperger-Syndrom im Prinzip denkt, kann man dieses
eindrückliche Zitat hernehmen:
Also,wenn ich nur darf,wenn ich soll,aber nie kann,wenn ich will,...dann mag ich auch nicht,wenn ich muss.Wenn ich aber darf,wenn ich will,dann mag ich auch,wenn ich soll,und dann kann ich auch,wenn ich muss.Denn schließlich:Die können sollen, müssen auch wollen dürfen!
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